Der Tempel von Borobudur soll zwischen 778 und 856 erbaut worden sein, wurde jedoch wie ganz Zentraljava schon hundert Jahre nach seiner Vollendung verlassen und bei einem Ausbruch des benachbarten Merapi- Vulkans für ein Jahrtausend unter einem Aschenberg begraben. 1814, unter dem englischen Vizegouverneur Thomas Stamford Raffles, begann die Geschichte der Wiederentdeckung dieser Tempelanlage. Borobudur hat die Form einer quadratischen Stufenpyramide mit einer Basisseitenlänge von hundertdreizehn Metern. Zur Spitze führen vier Monumentaltreppen, die nach den vier Punkten der Windrose ausgerichtet sind. Damit ist der Tempel von oben gesehen ein Mandala, eine Meditationshilfe, und als Gesamtanlage ein Stupa oder dreidimensionales Modell des Kosmos. Die Mauern der unteren Terrassen sind mit Halbreliefs aus dem Leben des Gautama Buddha und seiner Schüler bedeckt, während die oberen Stufen ohne bildnerischen Schmuck geblieben sind. Dafür erheben sich hier zahlreiche kleinere Stupas, die vom Hauptstupa überragt werden, welcher in fünfunddreissig Metern Höhe kulminiert. – 1990